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Interview | Torsten Krietsch

November 24, 2016 ,

Das bereits Fünfte Interview aus der Schweiz führte ich mit +Torsten Krietsch, der atemberaubende Landschaftsbilder hier auf Google+ bietet.

Hier gibt er uns einen kleinen Einblick in seine Arbeit:

+Torsten KrietschZunächst herzlichen Dank für die Möglichkeit dieses Interviews. Es freut mich, dass meine Fotografien, vor allem in Google+, gefallen und auf +Photo Mania geteilt werden. Für mich ist dies eine schöne Bestätigung und Anerkennung meines intensiven Hobbies.
Ich bin Anfang 50, die Kinder sind aus dem Haus, und ich lebe mit meiner Frau und unserem Hund Leopold in Brugg im Kanton Aargau. Neben meiner beruflichen Tätigkeit nutze ich gern und so oft wie möglich den kreativen Ausgleich der Fotografie in den herrlichen Landschaften der Schweiz wie auch auf anderen Reisen. Dabei möchte ich sowohl meine Umgebung als auch die Fotografie mit all ihren technischen und künstlerischen Feinheiten immer besser kennen lernen.
Aufgewachsen bin ich in Ostdeutschland. Nach meinem Physikstudium habe ich viele Jahre in Berlin gelebt. Seit 2007 bin ich in der Schweiz beruflich wie auch fotografisch tätig.

Wie und wann bist Du zur Fotografie gekommen?

Die Fotografie begleitet mich seit meiner frühen Jugend. Vor etwa 30 Jahren habe ich mir als Student eine analoge Spiegelreflexkamera zugelegt, um damit vorwiegend unsere Kinder zu fotografieren. Im Studentenwohnheim hatten wir ein kleines Bad, welches ich als Dunkelkammer zur eigenen Filmentwicklung und Ausbelichtung von Schwarzweiss-Fotografien genutzt habe. Später hat sich das ganze mehr und mehr zur analogen Reisefotografie entwickelt.
Nach unserem Wechsel in die Schweiz haben mich die herrlichen Landschaften so beeindruckt, dass ich dieses Hobby stetig ausgebaut habe. Hier habe ich meine entscheidenden Schritte in Richtung Digitalfotografie gemacht. Mit dem Drang, etwas Besonderes zu realisieren, habe ich mich zunächst auf dem Gebiet der Panoramafotografie spezialisiert. Die damit verbundenen Möglichkeiten der Darstellung von Perspektiven, die man sonst so mit dem Auge nicht erfasst, haben mich beeindruckt.
Heute arbeite ich ständig an der Verbesserung der Bildkompositionen, der Darstellung besonderer Stimmungen wie auch an den technischen Feinheiten. Dabei kommt mir sehr zugute, dass auch meine Frau sich ausgiebig mit der Materie befasst. Sie unterstützt mich seit etwa einem Jahr bei der professionellen Bildentwicklung. Ohne diese zeitintensive Mitarbeit wäre es mir unmöglich, die heute vorliegenden Fotografien zu zeigen.

Welche Ausrüstung/Software benutzt Du?

Angefangen habe ich mit Canon, und dabei bin ich auch geblieben (mit Ausnahme einiger kleiner Apparate nebenbei). Analog ging es los mit einer Canon EOS 500N, die seit langer Zeit ungenutzt im Schrank liegt.
Heute arbeite ich ausschliesslich digital im Vollformat und zunehmend nur noch mit Festbrennweiten, wenn es um die Landschaftsfotografie geht. Dazu nutze ich die Canon 5D MK II und die Canon 5D MK III mit den Objektiven Canon EF 24mm 1.4 L USM, Canon EF 50mm 1.4 L USM und Canon EF 100mm und 200mm, beide 2.8 L IS USM. Mit dem Canon Extender EF 2x III kann ich letzteres auf 400mm verlängern. Daneben verwende ich das Canon EF 17-40mm 4.0 L USM, Canon EF 24-105mm 4.0 L IS USM und das Canon EF 70-200mm 4.0 L IS USM. Dazu kommen zahlreiche Polarisations-, UV und Graufilter und das leichte aber gute Stativ Bilora C283 Perfect Pro Carbon mit Kugel- oder 3-Wege-Kopf. Bei der Panoramafotografie habe ich mich für den Panoramakopf Nodal Ninja 5 entschieden.
Die Bildentwicklung habe ich mit Adobe angefangen und bin dabei geblieben. Diese erfolgt von der Bridge aus mit den wenigen aber wesentlichen Schritten in Camera Raw und dem Hauptteil in Photoshop CS6. Für die Panoramafotografie nutze ich bei einfachen Kompositionen PanoramaStudio 2 Pro und, wenn es etwas komplizierter ist, PTGui. Daneben gibt es noch zahlreiche kleine Software-Tools, beispielsweise für Batch-Verarbeitungen oder Präsentationen etc.

Was verbindest Du mit Fotografie und worin liegen Deine Schwerpunkte?

Für ist die Fotografie immer die Verbindung zu grossartigen Landschaften und Schönheiten der Natur mit ihren Bergen und Seen. Aber auch die Ansichten der Städte faszinieren mich immer wieder neu. Dies inspiriert mich zu fotografieren und gilt ganz besonders für die Schweiz. Aber ich konnte  beispielsweise auch in Kanada oder den USA wie auch in mehreren Nord- und Südeuropäischen Ländern ähnliche Erfahrungen machen. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass es nicht immer Island oder die Nationalparks im Südwesten der USA sein müssen. Vielmehr hat jede Landschaft ihren besonderen Reiz. Es ist eben die Herausforderung für den Fotografen, diesen besonderen Reiz zu erkennen und gekonnt in Szene zu setzen. Man kann meine Schwerpunkte also guten Gewissens in der Landschafts- und Reisefotografie sehen.

Was charakterisiert aus Deiner Sicht Deine Bilder und ihre Entstehung?

Jede meiner Fotografien soll dem Betrachter in einer natürlichen Art und Weise die Schönheiten der Landschaften und der Natur genau so zeigen, wie sie sich mir real dargestellt haben. Ich mag es nicht, wenn die Landschaften unnatürlich oder völlig überzogen bzw. in irrealen Kompositionen dargestellt sind. In diesem Sinne gebe ich mir alle Mühe, jedes Foto sorgfältig auszuwählen – sowohl vor der Aufnahme als auch im Entwicklungsprozess – um sicherzustellen, dass es die Szenerie richtig wiedergibt.

Hast Du Vorbilder oder Fotografen, die Dich inspirieren?

Es gibt heute eine grosse Anzahl hervorragender Fotografen. Vorbild ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich lerne von Ihnen, indem ich mich inspirieren lasse. Dies hilft mir auch, mehr und mehr meinen eigenen Stil zu finden.
Grossartig finde ich übrigens den sehr erfolgreichen Peter Lik aus den USA. In der Schweiz sind für mich besonders die Fotografien von Jan Geerk, Johan Peijnenburg, Gerry Pacher, Chris Müller oder Roland Bill Moser hervorzuheben. Aus dem grenznahen Raum hat mich Holger Spiering mit seinen Bodensee-Fotografien beeindruckt.

Gibt es zu irgendeiner Aufnahme eine spezielle Geschichte?

Meine Fotografien entstehen zumeist auf Wanderungen, bei denen ich mit meiner Frau und unserem Hund Leo unterwegs bin. Das Problem ist immer, dass wir eigentlich nur noch gezielt zum Fotografieren unterwegs sind. Die anderen Beiden sind dann gerne mal etwas gelangweilt, wenn ich anfange, die richtige Position zu finden, mein Stativ aufzubauen und es längere Zeit dauert, bis das Foto endlich im Kasten ist. Manchmal hilft dagegen nebenbei auch ein Taschenbuch.
Ganz anders war die Situation allerdings auf dem Jungfraujoch – schliesslich muss man als Fotograf bei gutem Wetter dort hin und nicht nur eine, sondern viele Perspektiven inklusive Panoramen aufnehmen. Wir hatten jedoch überhaupt nicht damit gerechnet, welche Aufmerksamkeit unser Hund Leo bei den Japanischen und Südostasiatischen Touristen hervorruft. Wie wir erfahren durften, gilt man als reich, wenn man dort einen Hund hält und wir hatten noch dazu einen besonders grossen und schönen dabei … naja. Jedenfalls wurden wir wegen der Fotos mit Hund so oft angefragt, dass ich Mühe hatte, meinen Plan mit den Aufnahmen durchzuziehen. So war dann diesmal auch gar keine Langeweile bei meiner Frau. Eine der Aufnahmen von dort findet sich unter:
http://www.torsten-krietsch.com/2014/12/21/die-sphinx-auf-dem-jungfraujoch/

Meine Arbeiten stelle ich auf meiner Webseite http://www.torsten-krietsch.com vor.
Die grösste Resonanz erhalte ich jedoch derzeit bei https://plus.google.com/u/0/+TorstenKrietschPhotography.
Daneben findet man mich auch auf: https://www.facebook.com/Krietsch.Photography und unter https://www.facebook.com/tkrietsch.
Ganz besonders gefreut hat mich auch die Möglichkeit, meine Panoramafotografien aus dem Südschwarzwald im Portfolio des Wandermagazin Schweiz, Ausgabe Juni 2014, zu veröffentlichen:
http://www.torsten-krietsch.com/referenzen/wandermagazin-schweiz/.
Meine Fotografien setze ich gern in grossformatige Fine Art Prints, auf Alu-Dibond kaschiert, unter Acryl in Galeriequalität um. Hier zeigt sich letztlich, ob die Qualität der Darstellung stimmt und die Wirkung der Fotografie an der Wand tatsächlich wie gedacht zur Entfaltung kommt.
Alle Interessenten möchte ich einladen, sich die Bilder anzusehen und sich einen Eindruck von meinen Arbeiten zu verschaffen. Gerne nehme ich Kommentare und konstruktive Kritik entgegen.
Ich biete Foto-Dateien bzw. Fine Art Prints zum Kauf an. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Letztendlich wünsche ich viel Spass mit meinen Bildern.

Herzliche Grüsse aus der Schweiz

+Torsten Krietsch

Herzlichen Dank für dieses Interview und die spannenden Einblicke!

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