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Interview | Dominik Moser

November 24, 2016 ,

Dominik Mosers Bilder fallen insbesondere durch eine grandiose Stimmung ins Auge. In unserem Interview bekommen wir einen kleinen Einblick. Lest selbst:

Ich bin ein passionierter Amateur-Fotograf, der sich mit viel Freude und Motivation auf eine lehrreiche und spannende Reise aufgemacht hat und weiss, dass ich zwar schon einige Kilometer hinter mich gebracht habe, aber dass es vor mir noch einen langen Weg gibt.

Ich bin in der Region Zürich in der Schweiz aufgewachsen und habe das Glück hier in unmittelbarer Nähe des Zürichsee zu wohnen.

Ich war schon länger im Besitz einer Spiegelreflexkamera und habe hauptsächlich auf Reisen fotografiert. Nach der Geburt unserer Kinder habe ich meine fotografische Tätigkeit intensiviert. Ich war nie der Filmemacher und so habe ich die vielen schönen Moment in Form von (Portrait-) Fotos festgehalten. Das zweite Ereignis liegt ziemlich genau ein Jahr zurück. Damals bin ich über Google+ auf die YouTube-Tutorials eines französischen Fotografen (Serge Ramelli) aufmerksam geworden. Er behandelt jeweils ein spezifisches Thema und beschreibt/zeigt sowohl die Technik der Aufnahme, als auch die Bearbeitung der Bilder. Die meisten Bilder waren von Paris mit all den wunderschönen Brücken, Gebäuden und natürlich der Seine. Moment mal, habe ich mir gedacht, Zürich hat doch auch wunderschöne Gebäude, Brücken und die Limmat. Also habe ich mich eines Morgens aufgemacht und meine ersten Cityscape-Aufnahmen à la Serge von Zürich gemacht. Konkret waren es Aufnahmen bei Sonnenaufgang, einerseits direkt in die Sonne und andererseits Panoramas mit der Sonne im Rücken. Am Abend habe ich die Bilder bearbeitet und war mit dem Resultat recht zufrieden. Von da an habe ich die vielen Informationen und Tutorials zu Fotografie und Bildbearbeitung im Internet regelrecht aufgesogen und begonnen bewusst zu fotografieren.

Aktuell verwende ich eine Sony Alpha 7R, meistens mit einem 16-35mm Objektiv von Zeiss. Fast immer dabei habe ich mein Stativ von Manfrotto, einen Kabelauslöser und einen ND400-Filter. Für die Raw-Entwicklung verwende ich Lightroom, für das Post-Processing Photoshop CS6 mit einigen Plugins von NIK/Google und Topaz. Zudem habe ich mir ein Wacom Tablett gekauft, das ich nicht wieder hergeben würde.

Mit der Fotografie verbinde ich drei Dinge: Ausgleich, bewusste Wahrnehmung und Möglichkeit des künstlerischen Ausdrucks. Ausgleich, weil Fotografieren für mich ein Hobby und somit ein Gegenpol zur Arbeit ist. Bewusste Wahrnehmung, weil ich die Szenerie erst mit meinen Sinnen und dann mit der Kamera als Ganzes zu erfassen versuche. Möglichkeit zum künstlerischen Ausdruck, weil es mir die Möglichkeit gibt, mich auszudrücken und etwas zu schaffen, das ich mit anderen Teilen kann.

“Setzt du Schwerpunkte bei deinen Arbeiten?”

Ich weiss nicht, ob ich die Frage nach den Schwerpunkten (schon) beantworten kann, da ich immer noch vieles für mich ausprobiere. Themenmässig liegen die Schwerpunkte bei Cityscape- und Landscape-Aufnahmen. Grundsätzlich möchte ich mit meinen Bildern Emotionen wecken und versuchen das zu vermitteln, was ich im Moment der Aufnahme empfunden habe.

“Auf die Frage, was aus seiner Sicht seine Bilder charakterisiert, antwortet er:”

Meine Bilder stehen für das was ich ästhetisch finde. Es sind stimmungsvolle Momente geprägt von Licht, Farben und Formen. Ich mag Weiten, die dem Auge Platz für Erkundungen lassen und Details, an denen das Auge hängen bleibt. Und ich mag komplexe Lichtsituationen. Das alles sind Elemente, die sich immer wieder in meinen Bildern finden.

Bedingt durch die Fotografie als Hobby, entstehen fast alle Bilder bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang, und davon die meisten am Morgen vor der Arbeit. Ich habe ein lange Liste mit Orten, an denen ich einmal fotografieren möchte und diese Liste gleiche ich mit den erwarteten Lichtsituationen ab. Das heisst ich informiere mich vorher über den Verlauf der Sonne an einem bestimmten Ort und komme so auf ein “ideales” Zeitfenster. Wenn dann kurzfristig das Wetter stimmt – ich mag Wolken auf meinen Bildern – dann gehe ich los und verfeinere vor Ort meine grobe Vorstellung von der Bildkomposition. Ich mache dann meist mehrere Belichtungsreihen und Einzelaufnahmen für ein mögliches Panorama. Wenn ich Wolken- oder Wasserbewegungen habe, dann setze ich auch meinen ND-Filter ein.

“Hast Du Vorbilder oder Fotografen, die Dich inspirieren?”

Vorbilder im Sinne von Inspirationsquellen habe ich viele. Es gibt in den zahlreichen Foto-Communities unglaublich talentierte Fotografen, die wundervolle Bilder machen. Ich bewundere einerseits Fotografen, bei denen die Aufnahme in der Kamera schon nahezu perfekt ist. Andererseits inspirieren mich die Post-Processing-Künstler, bei denen das Gesamtkunstwerk erst durch die Bearbeitung komplett wird. Wenn ich einen Namen nennen müsste, dann Ryan Dyar, dessen Bilder mich tief beeindrucken.

“Gibt es zu einer Aufnahme eine bestimmte Geschichte?”

Es gibt viele Gesichten, aber die Entstehung der letzten Aufnahmen mit dem Titel “Top of Zurich” von Uetlibergturm ist sicher speziell. Das Zeitfenster für einen passenden Sonnenaufgang war mir bekannt und die kurzfristigen Wetterprognosen haben vorbeiziehende Wolken versprochen. Da der Uetliberg zu früher Morgenstunde noch nicht mit der Bahn erreichbar ist, bin ich zu Fuss den Berg hoch. Als ich da so mit der Taschenlampe auf Trampelpfaden durch den Wald gelaufen bin, habe ich mich schon gefragt, was ich hier eigentlich genau mache. Als ich dann etwa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang auf dem Aussichtsturm stand, sah ich den Nebel über dem See und es machte den Anschein, dass er aufsteigen und mir komplett die Sicht nehmen würde. Aber dann durfte ich ein unglaubliches Lichtschauspiel erleben, als die noch unter dem Horizont stehende Sonne die Wolkendecke von unten angestrahlt hat. Da wusste ich, dass sich die Mühe definitiv gelohnt hatte.

Link: https://plus.google.com/+DominikMoser/posts/4eZcbWqG3dE?pid=6058863669170823890&oid=103567371260124258228

Aktiv bin ich eigentlich nur bei Google+ (https://plus.google.com/+DominikMoser/posts) und 500px (http://500px.com/dqmoser). Ich habe (noch) keine eigene Webseite und man kann meine Bilder auch noch nicht als Print erwerben. Wenn sich nach diesem Interview aber genügend Interessenten finden, dann kann ich eine Webseite mit Shop gerne in Betracht ziehen 😉

“Was gibt es sonst noch, was in einem Fotografenportrait von Dir auf keinen Fall fehlen darf?”

Hm, schwierig. Ich denke ich verwandle mich beim Fotografieren in ein etwas seltsam fokussiertes Wesen, das alles “Unnötige” ausblendet. So bin ich aber nicht wirklich und es würde mir wirklich Spass machen mit anderen Fotografen einmal auf einen Photo Walk oder eine Fotoreise zu gehen. Es gibt bestimmt noch ganz viel zu lernen und ich freue mich darauf!

Vielen Dank für das Interview! 🙂

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